Ahnenheilung

Ahnenheilung – wie du dein Entwicklungstrauma heilen kannst.

Es ist die „versteckte Epidemie“, die uns Menschen schon seit Urzeiten begleitet: Die Zerstörung der Kinderseelen durch zerstörte Elternseelen. Traumata werden von Generation zu Generation weitergereicht und wir halten die Ängste, Sorgen und Wutausbrüche bereits für normal. Und genau deshalb ändern wir alle auch nichts daran. Alle? Na ja, fast alle…

Habe ich ein Entwicklungstrauma? Mach den Test!

Gehen wir doch gleich „medias in res“! Bist du Papa oder Mama? Wenn ja, dann stelle dir die folgenden Fragen:

Fühlst du dich oft verzweifelt und hoffnungslos aufgrund deines Kindes?

Wirst du oft wütend oder musst du gar den Impuls unterdrücken es zu schlagen?

Solltest du bei einer der beiden Fragen in Richtung „ja“ tendieren, ist die Sache klar. „Wieso?“ magst du vielleicht entgegnen. „Mein Kind ist wirklich nicht einfach zu handhaben und manchmal tut es Dinge da kann man nicht anders als innerlich zusammenbrechen bzw. in die Luft gehen.“

Meine Antwort: Sorry, aber man kann definitiv anders. Zugegeben, zu Beginn meiner Vaterschaft habe ich ähnlich argumentiert. Der oben genannte Satz half mir meine Wutausbrüche zu rechtfertigen und mich im Anschluß nicht dafür schämen zu müssen. Doch dann begann ich nachzudenken und .. an mir zu arbeiten.

Entwicklungstrauma

Wie kann uns Ahnenheilung gelingen?

Meine Wutausbrüche hatten ihren Ursprung nicht in der Handlung meines Kindes. Das wurde mir durch die Innere Kind Arbeit bewusst. Sie kommen aus einer inneren / seelischen Verletzung, die ich selbst in meiner Kindheit durch meinen Vater erfahren habe.

Mein Vater war kein schlechter Mensch, ganz im Gegenteil. Er hat sich sehr darum gekümmert, sein Entwicklungstrauma so weit als möglich zu verarbeiten in dem er die für ihn damals verfügbaren Möglichkeiten nutze: Das Wandern und das Bergsteigen. Intuitiv wußte er, dass die Natur ihm helfen würde zu heilen.

Doch das Wandern konnte nicht alles heilen. Zu tief waren seine Wunden, die ihm sein alkoholkranker Vater zugefügt hatte. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass der Großteil dieser Gewalt nicht an mich weitergegeben wurde.

Aber ich bin nicht ganz davongekommen: Als ich mich in den Rückführungs-Sitzungen mit dem Ursprung meiner wütenden Glaubenssätze auseinandersetzte, erkannte ich, dass es nicht die meinen sind. Die Reise zurück in Raum und Zeit führte mich zu einem kleinen Jungen (ich selbst), der traurig und geknickt in der Küche sitzt und auf den verbal eingedroschen wird. Diese „Wort-Schläge“ gingen mir damals tief ins Mark und begleiteten mich bis heute.

Wenn wir uns in Trance-Sitzungen auf die Suche nach dem Ursprung solcher transgenerationalen Muster machen, dann stellen wir nicht selten fest, dass der rote Faden mehrere Generationen zurück führt. Wie ist es dann möglich solche Traumata zu lösen, wenn sie sich bereits über so lange Zeit in unsere Ahnenreihe eingebrannt haben?

Gute Frage! Doch lass uns zuerst beleuchten, wie sich ein Entwicklungstrauma auswirkt.

Entwicklungstrauma-heilen

Entwicklungstrauma – Symptome erkennen

Die oben genannten Fragen zum Selbsttest geben bereit einen Hinweis darauf, wie schwer du an den Altlasten deiner Vorfahren trägst. Kinder sind in vielerlei Hinsicht wunderbar. So besitzen sie unter anderem die Fähigkeit uns Erwachsene auf unsere seelischen Wunden hinzuweisen. Leider reagieren wir darauf nur allzuoft mit Ohnmacht oder eben Raserei.

Tun wir dem Kind (verbale) Gewalt an, zieht sich seine Seele zurück oder spaltet sich gar ab. Es verinnerlicht Sätze wie „ich bin zu viel“, „ich bin nicht liebenswert“ oder „hier ist es gefährlich, besser ich (die Seele) bin weg“.

Solche Kinder kommen im Erwachsenenalter in unsere Praxen, weil sie Schwierigkeiten in der Partnerschaft haben, oder nach einer stressreichen Phase im Job in der Depression landen oder weil sie an ihrem Mangel an Selbstliebe, Selbstwertschätzung oder Selbstvertrauen leiden. Es kann aber noch viele weitere Gründe geben, die auf den ersten Blick nicht an eine Kindheits-Traumatisierung denken lassen.

So können auch narzistische und soziopathische Tendenzen von Generation zu Generation weitergetragen werden. Die heutige Gesellschaft generiert eine ganze Reihe solcher Menschen, die sich dazu berechtigt fühlen sich über andere zu stellen und sie nach belieben zu manipulieren.

Das Problem ist hierbei, dass jene Menschen keine Krankheitseinsicht entwickeln und somit kaum in unseren Praxen vorstellig werden. Zudem gibt es genügen Menschen in ihrem Umfeld die ebenfalls den Keim des Größenwahns in sich tragen und daher ihren Alphatieren zujubeln.

Entwicklungstrauma – Therapie

Wie schon erwähnt ist die Elternschaft die ultimative Gelegehnheit sich vom eigenen Entwicklungstrauma zu befreien. Und die gute Nachricht für all jene, die sich auf den Weg machen wollen: Es gibt sehr effiziente Möglichkeiten das zu tun!

Bislang galt es als ein sehr mühsamer und steiniger Weg diese alteingeschliffenen Tendenzen und Reaktionen loszuwerden. Uns allen, die daran leiden, ist klar: Gute Vorsätze helfen dabei nicht. Werden wir vom Kind getriggert, spielt unser limbisches System sofort verrückt und wir brüllen los oder rennen weg – fight or flight eben.

Dabei ist unser Kind doch gar kein Säbelzahntiger! Ganz im Gegenteil: Es ist das liebste Wesen, das uns anvertraut wurde. Wir sehen also wie verquer die Dinge sind, wie unlogisch. Es ist daher schwierig mit logischen Mitteln (kognitiven Techniken) aus diesem Dilemma herauszukommen.

In letzter Zeit wurden immer häufiger Meditationstechniken, Hypnosetechniken oder Bewusstseinsarbeiten wie mindfulness angeboten. Diese Techniken helfen, Geist und Körper in dem Maße zu entspannen, dass eine Fight-Flight Reaktion gar nicht erst einsetzen kann.

Dies folgt einer gewissen Logik: Vor allem in stressreichen Situationen sind wir anfällig für die „Mini-Retraumatisierungen“. Warum also nicht dass allgemeine Stresslevel herabsenken? Generell immer eine gute Idee.

Doch trifft es nicht den Kern der Sache. Das Entwicklungstrauma hat unseren Geist regelrecht programmiert. Um das Programm endgültig zu löschen müssen wir dahin zurück (Rückführungstherapie ;)) wo das Trauma entstand.

Ich musste also wieder zurück an den Küchentisch. Ich musste restlos verstehen, was diese Sätze in mir bewirkt haben, weshalb mein Vater so reagierte und auch was mein Opa mit meinem Vater gemacht hat.

Denn das Entwicklungstrauma zu heilen bedeutet zugleich Ahnenheilung. Wir tun nicht nur etwas für uns. Wir stoppen einen destruktiven Prozess, der bereits über (manchmal sehr viele) Generationen hinweg wirkt. Dieses Programm zu löschen bedeutet Heilung für uns, für unsere Kinder und Enkel, sowie für unsere Eltern und Großeltern.

Doch wie wird es nun genau gelöscht? Ganz einfach: Indem wir uns an jenen Ort begeben, wo die Programmierung stattfand und die Situation umschreiben. Dies funktioniert nicht im alltäglichen Wachzustand mit geöffneten Augen. Wir müssen uns dafür von einem erfahrenen Therapeuten führen lassen um dann dort am Tatort gemeinsam mit ihm die Heilung zu bewirken.

Was dabei genau passiert ist schwierig zu beschreiben. Denn die Techniken, die wir anwenden sind auch immer abhängig von der jeweiligen Situation. Energetische Heilung, Löschung von Glaubenssätzen, Refraiming, Rückholung von verlorenen Seelenanteilen, Innere Kind Arbeit, Decharging, Personifizierung seien hier nur ein paar wenige Schlagwörter, die eine Ahnung von unserer Arbeit geben können.

Am Ende des Tages muß jeder selbst sein Herz in die Hand nehmen und einen Termin beim Profi vereinbaren. Was dann geschieht, davon darf er oder sie sich überraschen lassen. Also, Augen zu und durch! ;))

Entwicklungstrauma-test

Fazit

Wir leben in einer traumatisierten Welt, oder besser, in einer Welt voller Mikro-Traumata. Der erste Schritt zur Heilung liegt darin, diese Mikro-Traumata zu erkennen und sie sich einzugestehen. Denn es ist eine Eigenart der Entwicklungstraumata, dass die Rechtfertigungen dafür gleich mitgeliefert werden.

Wer sich für eine Aufarbeitung seiner Thematiken entscheidet, tut sich nicht nur selbst etwas Gutes. Seine / ihre Partner, Kinder und Enkel und auch die Eltern und Großeltern werden es ihm /ihr danken. Eine lange Ahnenreihe wird herabblicken auf die Erde und große Augen machen, weil es da tatsächlich jemanden gibt, der den Teufelskreis durchbricht.

Also: Wer meldet sich freiwillig für die Heldentat?!!!

Ähnliche Beiträge