Frühere Leben und innere Kindarbeit: Warum beide Themen zusammengehören
Frühere Leben und innere Kindarbeit wirken oft enger zusammen, als viele Menschen glauben.
Emotionale Wunden aus Vergangenheit, Kindheit oder früheren Inkarnationen können unser heutiges Leben bis heute beeinflussen.
Dieser Artikel zeigt, wie Regressionstherapie hilft, alte Muster, Trauma und karmische Verstrickungen nachhaltig zu lösen.
Hallo, ich bin Roland Schroll
Psychologe M.Sc. & Heilpraktiker für Psychotherapie
- Ich arbeite seit +10 Jahren mit bereits +2000 KlientInnen
- Unterrichte am Tasso Instituut Amsterdam Innere Kindarbeit und Reinkarnationstherapie
- Bin Gründer des SHS-Institus für Rückführungstherapie in Hagen NRW
In diesem Artikel erfährst du:
Warum die Vergangenheit niemals wirklich vorbei ist
Ich höre oft den Satz:
„Warum soll ich mich mit der Vergangenheit beschäftigen? Sie ist doch vorbei.“
Und rational stimmt das natürlich. Die Ereignisse selbst sind vorbei. Aber emotional ist das oft eine ganz andere Geschichte.
Wenn ein Erlebnis nicht verarbeitet wurde, bleibt etwas davon in uns zurück. Nicht unbedingt als bewusste Erinnerung, sondern eher wie eine Spannung im Nervensystem. Wie ein innerer Druck. Wie ein Gefühl, das nie ganz verschwunden ist.
Manchmal zeigt sich das ganz subtil:
- Man fühlt sich schnell zurückgewiesen.
- Man reagiert übermäßig empfindlich.
- Man verliert sich in Beziehungen.
- Man hat Angst vor Nähe oder Verlust.
- Oder man lebt permanent unter Strom, ohne zu wissen warum.
Und dann beginnen wir zu verstehen:
Die Vergangenheit ist vielleicht vorbei.
Aber die emotionale Ladung ist noch da.
Genau deshalb arbeiten wir in der inneren Kindarbeit mit diesen alten Zuständen. Nicht, um in der Vergangenheit hängen zu bleiben, sondern damit etwas endlich zur Ruhe kommen kann.
Was innere Kindarbeit wirklich bedeutet
Das innere Kind ist nicht einfach nur eine nette Metapher.
Wenn wir in therapeutischen Sitzungen tiefer gehen, begegnen wir oft tatsächlich Anteilen in uns, die noch immer in alten Gefühlen feststecken. Teile, die sich verlassen fühlen. Teile, die nie wirklich gesehen wurden. Teile, die damals keine Möglichkeit hatten, eine Situation zu verarbeiten.
Und diese Teile reagieren heute noch.
Vielleicht nicht immer offensichtlich. Vielleicht merkt man es nur daran, dass bestimmte Situationen einen völlig aus der Bahn werfen. Dass man plötzlich wieder klein wird. Hilflos. Wütend. Ohnmächtig.
Das Faszinierende ist:
Oft glauben Menschen zunächst, ihre Kindheit sei eigentlich ganz okay gewesen. Und dann schließen sie die Augen, gehen in Trance, verbinden sich mit dem Gefühl – und plötzlich zeigt es sich doch etwas anders.
Dann wird sichtbar, wie lange bestimmte Spannungen schon im System liegen.
Warum Regressionstherapie so ähnlich funktioniert
Und genau hier beginnt die Verbindung zur Arbeit mit früheren Leben.
Denn therapeutisch gesehen ist der Ablauf oft verblüffend ähnlich.
Ob jemand:
- in eine Kindheitsszene geht,
- in eine Geburtserfahrung,
- oder in ein früheres Leben,
die Seele arbeitet erstaunlich ähnlich.
Immer geht es darum:
- den Ursprung einer Wunde zu finden,
- die eingefrorene Emotion wieder zugänglich zu machen,
- und die gebundene Energie zu lösen.
Die Seele unterscheidet dabei gar nicht so streng zwischen:
„Das war Kindheit“
oder
„Das war ein früheres Leben.“
Sie zeigt einfach:
„Hier sitzt noch Schmerz.“
Muss man an Reinkarnation glauben?
Das ist wahrscheinlich eine der häufigsten Fragen überhaupt.
Und meine Antwort darauf ist eigentlich immer dieselbe:
Nein. Muss man nicht.
Es geht nicht darum, irgendeinen Glauben zu übernehmen. Es geht darum, ernst zu nehmen, was im Prozess auftaucht.
Wenn jemand die Augen schließt und plötzlich Bilder wahrnimmt:
- von einem Schlachtfeld,
- einer anderen Zeit,
- einem anderen Körper,
- einer intensiven Angst,
- oder einem dramatischen Tod,
dann ist das erst einmal einfach eine Erfahrung.
Und diese Erfahrung hat oft eine erstaunliche emotionale Tiefe.
Die Menschen spüren:
- den Terror,
- die Ohnmacht,
- die Einsamkeit,
- oder die Schuld.
Nicht wie in einem Kinofilm. Sondern mittendrin.
Und häufig verändern sich danach reale Symptome im heutigen Leben.
Das ist letztlich viel wichtiger als die theoretische Frage:
„War das wirklich ein früheres Leben?“
Die Seele weiß oft selbst, wo sie hinführen muss
Ein wichtiger Punkt in dieser Arbeit ist:
Man sollte nicht versuchen, etwas Bestimmtes zu erzwingen.
Es bringt wenig, wenn jemand sagt:
„Ich will unbedingt ein Past Life sehen.“
Denn vielleicht liegt der eigentliche Ursprung gerade gar nicht dort.
Vielleicht zeigt die Seele zuerst:
- eine Kindheitserfahrung,
- eine Geburtssituation,
- oder ein Gefühl aus der frühen Beziehung zu den Eltern.
Und manchmal ist genau das der Schlüssel.
Erst später öffnen sich dann tiefere Ebenen.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum innere Kindarbeit und Regressionstherapie in der Ausbildung so eng zusammengehören. Die Methoden greifen ineinander. Sie ergänzen sich gegenseitig.
Wie frühere Leben heutige Beziehungen beeinflussen können
Besonders spannend wird es oft bei Beziehungsthemen.
Denn dort zeigen sich alte emotionale Bindungen besonders deutlich.
Ich hatte erst vor Kurzem eine Sitzung mit einer Frau aus Indien, die völlig verzweifelt wegen ihrer Ehe war. Rational wusste sie:
„Dieser Mann tut mir nicht gut.“
Und trotzdem war da diese tiefe Sehnsucht nach ihm. Dieses Gefühl von Verpflichtung. Fast wie ein unsichtbares Band.
Wir gingen tiefer in die Emotion hinein.
Zunächst zeigte sich eine Szene aus ihrer Jugend. Eine arrangierte Ehe. Druck. Pflichtgefühl. Verwirrung.
Doch plötzlich – als wir begannen „energetisch“ aufzuräumen – tauchten ganz andere Bilder auf:
- Bohnen,
- Erde,
- Schuld,
- Hunger.
Beide – Klientin und ich – waren überrascht. Wo kommen jetzt plötzlich diese Bohnen her? Wir gingen der Sache auf den Grund… und es zeigte sich ein früheres Leben.
Sie war damals ein armer Familienvater, der nachts Bohnen stahl, um seine Familie zu ernähren. Die Schuld darüber fraß ihn innerlich auf. Kurz darauf starb er völlig erschöpft und verzweifelt.
Und der Besitzer des Feldes? Der war est im Schok und dann voller Wut auf den Dieb. Ob sie den Besitzer aus ihrem heutigen Leben kenne, fragte ich die Klientin.
Sie wagte es erst nicht, hinzusehen. Doch dann war klar: Es ist ihr heutiger Ehemann.
Genau solche Momente zeigen, wie tief diese Arbeit gehen kann.
Karma bedeutet nicht Strafe
Viele Menschen verstehen Karma falsch.
Karma ist keine kosmische Bestrafung.
Es geht nicht darum, dass das Universum uns leiden sehen will.
Karma bedeutet oft einfach:
ungelöste Erfahrung.
Etwas möchte verstanden werden. Etwas möchte integriert werden. Etwas möchte endlich Frieden finden.
Und solange das nicht geschieht, wiederholen sich bestimmte Dynamiken.
Nicht um uns zu quälen.
Sondern damit Heilung möglich wird.
Warum manche Wunden generationenalt wirken
Manchmal spüren Menschen:
„Dieses Gefühl ist älter als ich.“
Da ist eine Schwere, die nicht nur mit der eigenen Biografie erklärbar scheint. Eine Angst, die viel tiefer reicht. Eine Sehnsucht, die uralt wirkt.
In der Regressionstherapie begegnen wir solchen Ebenen immer wieder.
Und oft entsteht genau dort ein enormes Verständnis für das eigene Leben.
Plötzlich ergibt vieles Sinn:
- Warum man bestimmte Menschen trifft.
- Warum man sich zu gewissen Themen hingezogen fühlt.
- Warum manche Beziehungen so intensiv sind.
- Oder warum bestimmte Ängste einfach nie verschwinden wollten.
Heilung bedeutet nicht Vergessen
Viele glauben, Heilung würde bedeuten:
„Dann ist alles weg.“
Aber so funktioniert es meistens nicht.
Heilung bedeutet eher:
- dass die emotionale Ladung verschwindet,
- dass Frieden entsteht,
- dass der Körper loslassen kann,
- und dass wir nicht mehr unbewusst von der Vergangenheit gesteuert werden.
Oft berichten Menschen nach solchen Sitzungen:
„Es fühlt sich an, als wäre etwas endlich abgeschlossen.“
Und genau darum geht es letztlich.
Warum diese Arbeit so transformierend sein kann
Das Faszinierende an dieser Arbeit ist:
Sie verändert oft nicht nur Symptome.
Sie verändert die Wahrnehmung des eigenen Lebens.
Menschen beginnen:
- sich selbst anders zu verstehen,
- liebevoller mit sich umzugehen,
- und das Leben weniger als Kampf zu erleben.
Plötzlich entsteht Raum:
- für Mitgefühl,
- für innere Ruhe,
- für Verbindung,
- und manchmal sogar für Dankbarkeit.
Nicht weil alles perfekt wird.
Sondern weil etwas in uns endlich aufhört zu kämpfen.
Fazit: Die Seele interessiert sich nicht für Kategorien
Ob wir es:
- innere Kindarbeit,
- Traumaheilung,
- Regression,
- oder Past-Life-Therapie nennen,
am Ende geht es immer um dasselbe:
Die Seele versucht, ungelöste Wunden zurück ins Bewusstsein zu bringen, damit Heilung möglich wird.
Manchmal führt dieser Weg in die Kindheit.
Manchmal zur Geburt.
Und manchmal in Erfahrungen, die weit über dieses Leben hinauszugehen scheinen.
Wichtig ist nicht das Etikett.
Wichtig ist:
Verändert sich dadurch etwas in unserem Leben?
Wenn die Antwort Ja lautet, dann lohnt es sich, weiterzugehen.
